Am Freitag, den 9.Oktober ging es morgens um 8:29 Uhr los von Schortens mit der Bahn nach Bad Kissingen zum Begegnungstreffen der ZentralGilde. Wir kamen pünktlich! Um 15 Uhr an und wurden von Brigitte abgeholt. Bei Kaffee und Kuchen im neuen Speisesaal vom Heiligenhof gab es erst einmal ein großes Hallo und Austausch von Neuestem. Nach dem leckeren Abendbrot ging es zum Gespräch wie das Wochenende gestaltet werden sollte.
Am Samstag nach Morgenrunde und einem ausführlichen Frühstück ging es zum Schloss Aschach. Die eine Hälfte zu Fuß, die fußkranken wurden von mukk gefahren. In einem von zwei Nebengebäuden ist ein Schulmuseum untergebracht. Die Erinnerung an kratzende Griffeln machte mir heute noch eine Gänsehaut. Es gab viele alte Rechen- und Lesebücher, wobei in einem der Bücher folgender Kinderreim, von einem anonymen Autor, einige Verwunderung bei uns auslöste.
Besen und Rute
Der Besen, der Besen!
Was macht man damit?
Man kehrt damit die Stuben.
Die Rute, die Rute!
Was macht man damit?
Man klopft damit die Buben.
Warum nicht die Mädchen
Das wäre eine Schand’.
Die folgen schon von selber.
Im zweiten Nebengebäude gab es eine Sonderausstellung „Verstrickt und zugenäht“. Ich hatte besonders viel Spaß daran, aus einem gestrickten Stück die Morsenachricht zu entschlüsseln (Auch Stricken ist Sport). War gar nicht so einfach, weil nicht sauber gestrickt worden war. Habs aber am Ende doch lösen können und hab auch eine Belohnung dafür bekommen. Es kamen Erinnerungen an so manche Handarbeitsstunde, besonders mein Alptraum, die Strickliese hoch.
Bevor das dritte Museum dran kam, gabs erst mal was zu Mittag im urigen Schlossrestaurant. Wir mußten aber erst vorher unseren mukk einfangen, der sich ganz in der Geschichte des Schlosses verloren hatte.
Die Geschichte des Schlosses reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück, als am Standpunkt eine Burg errichtet wurde. Nach der Zerstörung im Bauernkrieg bauten die Würzburger Fürstbischöfe die ehemalige Burg zu ihrem Verwaltungssitz und Jagdschloss aus. 1874 erwarb die gräfliche Familie Luxburg das Schloss und richtete hier ihren Sommersitz ein. Es ist heute noch mit dem größtenteils originalen Mobiliar eingerichtet, das von einer längst vergangenen prunkvollen Zeit erzählt. Wir hätten noch viel mehr Zeit in den wunderschönen Räumen verweilen können, aber das Abendbrot rief.
Um 19 Uhr trafen wir uns zum Haddakstempelschnitzen und legten erste Probedrucke an, wobei auch die Gespräche nicht zu kurz kamen.

Der Sonntag begann nach der Morgenroutine mit der Mitgliederversammlung. Die Versammlung ging pünktlich zu Ende, so dass wir nachmittags noch etwas unternehmen konnten. Wir entschlossen uns nach dem Mittagessen und Kaffee das Museum Obere Saline zu besuchen. Wir kamen noch rechtzeitig zu einer kostenlosen Führung durchs Haus an. Wir erfuhren viel über die Salzgewinnung mit Zuhilfenahme von Gradierwerken. Der Gästeführer erzählte auch über viele Berühmtheiten die im Laufe der Zeit dort kurten, insbesondere Bismarck, der viele Jahre dort zur Kur erschien. Sein Gewicht wurde jeden Tag mit einem besonderen Stuhl genommen und in der Tageszeitung veröffentlicht.
In der oberen Etage war eine Ausstellung mit altem Spielzeug untergebracht, wo in Kindheitserinnerungen geschwelgt wurde. Zu guter Letzt ging es noch ins Erdgeschoss. In die Jubiläumsausstellung 10 Jahre Caricatura und MOS. Seit Mittlerweile 10 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Museum Obere Saline (MOS) und der Galerie Caricatura in Kassel. Die momentane Ausstellung der Cartoons lädt zum Schmunzeln und Nachdenken ein. Bekannte Cartoonisten bringen mit ihren gezeichneten Pointen die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen gekonnt auf den Punkt.
Nach einer kleinen Ruhepause und einem leckeren Abendessen saßen wir noch müde und zufrieden bei Bier, Wein und Wasser zusammen und sahen uns Dank Andrew das Märchen vom kleinen Muck an ( weil ich so richtig nichts damit anfangen konnte ).
Am Montagmorgen hieß es Abschied nehmen. Wir kamen mit einer Stunde Verspätung wieder in Schortens an. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Zusammenkunft.
Bilder: Andres Schumann
Rita Weiers (Pumuckl)